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Die Rückenlage – die optimale Schlafposition?
Die Rückenlage wird oft als die gesündeste Schlafposition propagiert. In der Realität funktioniert dies leider oft nicht. Rückenschmerzen treten auf und in Rückenlage zu liegen, wird zur Unmöglichkeit. Die Ursache liegt meist in der fehlenden Unterstützung der Lendenwirbelsäule oder einem zu tief liegenden Becken. Die Schlafunterlage muss den Körper überall tragen und Kontakt haben. Das Gewicht sollte nicht nur auf dem Gesäss und der BWS liegen. Oft treten durch verkürzte Hüftbeuger, die in Rückenlage konstant an der Wirbelsäule ziehen, Schmerzen oder eine Schutzspannung im lumbalen Bereich auf. Ebenfalls kann das Becken durch fehlende Unterstützung in der LWS nach hinten kippen. So liegt die Wirbelsäule liegt nicht mehr in der physiologischen Doppel-S-Kurve, sondern flacht ab.
1. Inspektion in der Rückenlage (Lasst euch ein Foto von der Person auf ihrem EIGENEN Bett aus der richtigen Perspektive bringen. Tipp: Foto drehen und Inspektion im «Stand» durchführen)
1. Inspektion in der Seitenlage (Tipp: Foto drehen und im «Stand» analysieren)
Ziel: In der Rückenlage hilft uns als Orientierung eine gerade Linie von Mitte Kopf – Schulter – Hüfte – Knie – Füsse. Diese Linie sollte horizontal verlaufen.

Weicht ein Punkt von der Horizontalen ab?
Kopf: Wie ist die Position des Kopfes: Flexion, Protraktion?
HWS: Wird die HWS-Lordose untersützt?
LWS: Wird die Lordose unterstützt? Oder entsteht nahezu ein Hohlraum?
Becken: Ist Becken nach vorne oder hinten gekippt? Liegt das Becken oder die Hüfte zu tief?
Knie und Füsse: Wie ist die Position Knie und der Füsse?
Gesamte Liegeposition: Wie sieht die Haltung insgesamt aus? Ist das Kopfteil hoch gestellt? Falls ja, wieso? Wo und wie liegen die Arme?
👉 In der Rückenlage sind viel Gewicht am Bauch, eine ausgeprägte Lordose oder Gesäss besonders herausfordernd. Je mehr Formunterschiede die Wirbelsäule aufweist, desto schwieriger ist die richtige Stützung durch das Bett.
2. Von der Inspektion zur Instruktion
Nach der Analyse folgt die Frage: Wie lässt sich die Liegeposition zuhause im eigenen Bett optimieren?
Häufige Probleme und Lösungen in Seitenlage:
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Mehr Stützung in der LWS: Auf Höhe der LWS-Lordose kann ein Handtuch auf die Breite von ca. 15cm gefaltet werden und unter die Matratze auf den Lattenrost gelegt werden. Die LWS soll von der Matratze gestützt werden, ohne in die Hyperlordose gedrückt werden.
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Das Becken liegt zu tief: Auf Höhe des Beckens kann ein Badetuch gefaltet werden und unter der Matratze auf den Lattenrost gelegt werden. So entsteht mehr Stützung unter dem Becken.
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Ein flaches, weiches, ergomomisches Kissen (kein Memoryfoam!) sollte dir HWS-Lordose stützen, ohne den Kopf in eine Protraktion zu schieben.
3. Videoanleitung zur Optimierung eines bestehenden Bettes
Videoanleitungen zu diesen Anpassungen findet ihr im Handout unten. Ladet dies herunter und markiert euren Patient:innen, welche Anpassung für sie sinnvoll ist. So können die Patient:innen zuhause mit dem Video Schritt-für-Schritt ihr Bett anpassen. Wichtig: Nehmt nicht mehrere Veränderungen aufs Mal vor, sondern Schritt für Schritt. Ein Körper mit Beschwerden benötigt ein bis zwei Wochen Pause vor der nächsten Veränderung!
Fazit: Ist die Rückenlage die gesündeste Schlaflage?
Dies pauschal zu beantworten ist nicht möglich. Es gibt unterschiedliche gesundheitliche oder persönliche Ursachen, in der die Rückenlage nicht sinnvoll ist. Sie kann beispielsweise das Schnarchen oder eine Schlafapnoe negativ beeinflussen. Andere Menschen können einfach nicht einschlafen in der Rückenlage. Betrachtet man den Bewegungsapparat isoliert und wird die Wirbelsäule überall perfekt gestützt, würden wir dieser Behauptung zustimmen. Dafür braucht es aber eine individuell auf die eigene Körperform abgestimmte Schlaflösung und keinesfalls eine ganz harte Matratze. Denn auf einer harten Matratze muss sich der Körper der Unterlage anpassen und kann nicht in seiner physiologischen Form liegen.